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Am nächsten Morgen packen wir unsere Sachen. Währenddessen latscht ein Koala in alle Ruhe am Zelt vorbei und klettert auf den einzigen Nadelbaum weit und breit – den einzigen Baum, von dem er nicht fressen kann. Bevor wir weiter fahren, halten wir noch am Sanitärtrakt und wollen Duschen. Wir erwarten einen tadellos reinen Raum wie am Abend zuvor. Weit gefehlt. INSEKTOPIA! Abertausende Insekten aller Art (inklusive Monster-Teklas) bevölkern jeden Winkel des Raumes. Jeden. Wir sammeln eine große Futtertüte voll für den Vogel, setzen die Brillen ab, damit wir nichts sehen und gehen Duschen. Ich denke, das war das ekelhafteste, was ich jemals gesehen habe! Diese Erkenntnis kam sicher auch dem Mann, den wir warnten, bevor er die Dusche ging. Er schien uns draußen nicht zu verstehen…
Über viele Hügel ging es weiter. Connabarabran, Binnaway, Coolah, Merriwa bis ins Hunter Valley. Das ist eine der berühmtesten Urlaubs- und Weinregionen Australiens. Was die Touristen nicht sehen sollen, befindet sich hinter den hohen Aufschüttungen entlang der Straßen: Wenn man darüber schaut, tun sich gewaltige Mondlandschaften auf, schön versteckt und totgeschwiegen. Kohleminen bis zum Horizont.
In Bulga biegen wir vom Highway auf die Colo Road ab, einmal mitten durch den Wollemi National Park. Tiefe Schluchten, große Flüsse, endlose Regenwälder und keinerlei Ausschilderungen. Nach ewigem Herumirren und Fragen fanden wir schließlich den Zeltplatz am Colo River. Da schaut es aus wie in Thailand. Wir fahren fast allein. Zwei andere Camper – und MILLIARDEN von Fliegen. Es war schrecklich! Fliegen, überall. Sobald man auch nur eine Bewegung machte, kamen sie in Schwärmen, wir versuchten, uns so langsam wie möglich zu bewegen. Auch die Duschen waren bevölkert von allerlei Getier. Schön ist was Anderes. Dafür war die Natur der Wahnsinn. Nur für den Vogel war alles gut. Der schlummerte friedlich in seiner Kosmetik-Tasche. Und wir killen zur Feier des Tages einen weiteren Karton Rotwein.

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