Mittwoch, 10. Juni 2009

Australia-Tour - Teil 07.

Natimuk Lake über die Grampians zum Lerderderg Nationalpark. 324 km.



Wieder endlose schnurgerade Straßen. Ungeahnt werfen wir ein letztes Mal einen Blick auf Horsham. Die vertrockneten Graslandschaften ziehen sich bis zum Horizont, die Fahrt ist öde. „Ein Emu!“ brülle ich und Frank macht eine Vollbremsung. Daraufhin entwickelt sich zwischen meiner Mutter und mir folgendes Gespräch:

„Wo?“
„Na da!“
„Wo denn?“
„Na, da steht er doch!“
„Ich seh nischt! Wo soll der denn sein?“
„Muddi! Der Emu ist der 2 Meter große Monster-Vogel, der direkt neben Deinem Fenster steht!“
„Ach hier!“

Doch neben Spaß brauchen wir auch Wasser, dringend! Daher fahren wir ins [wie immer] Ungewisse und machen einen Abstecher in die Grampians, einer Bergkette, die sich wie ein riesiger Monolith mitten aus der Steppe erhebt. Und tatsächlich: Wald! Wald ohne Ende. Und Wasserfälle! Große Wasserfälle. Wir fragen uns, wo hier, mitten in der Wüste, plötzlich soviel Wasser herkommt. Und vor allem: Wo es bleibt? Auf einem Parkplatz füttern wir eine merkwürdige Vogel-Familie: Macpie [mit Jungen] und als Adoptiv-Vater ein Kurawong. Es folgt eine sehr heiße Klettertour zu den McKenzie-Fällen und durch den Grand Canyon. Es ist wunderschön. In Halls Gap, 30 Einwohner und 50 tote Kühe, speisen wir fürstlich in der örtlichen Döner-Bude. Ich gebe Post auf. Der Brief nach Berlin ist 6 Tage später da. Auf den nach Sydney warten wir bis heute. Über den Western Highway fahren wir schnurgeradeaus zum Lerderderg Nationalpark, westlich von Melbourne. Bis nach Bacchus March und dann links… Der Campingplatz ist geschlossen. Die Stimmung sinkt. Wir versuchen verzweifelt, den alternativen zu finden, denn es wird dunkel. Versteckt hinter einer staubigen Piste quer durch die steilen Berge finden wir ihn. Am Fuße einer wunderschönen Schlucht, direkt am Lerderderg River, in dessen Fluten man baden kann. Das Problem daran: der Fluss ist gerade außer Betrieb. Im letzten Tümpel, der noch steht, leben neben einer Entenfamilie auch 20 Milliarden Moskitos. Es gibt nicht nur keinen Fluss – nein, nein – es gibt auch keine Duschen und im Plumpsklo geben sich Monster-Teklas und atomare Bremsspuren ein Stell-Dich-Ein. Darum betrinken wir uns mit einem frisch erworbenen Vier-Liter-Karton Rotwein. Der Abend wird wunderbar!


Lerderderg River - lecker Dinner zwischen Millionen von Moskitos

The Grampians - Berg-Kamm

The Grampians - Grand Canyon

The Grampians - McKenzie Falls

Weites Land mit jeder Menge Kängurus

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