.jpg)
Ödnis, wohin man schaut. Im gewaltigen Lake George, einer der größten Seen Australiens, wollen wir uns abkühlen. Leider ist der See eine vertrocknete Kuhweide. Von einheimischen erfahren wir, dass er sich nur alle 60 bis 100 Jahre mit Wasser füllt… dafür leben wir wohl nicht mehr lange genug. Wir fahren durch Canberra, Hauptstadt Australiens. Genauer gesagt, fahren wir DURCH – ohne es zu merken: die Stadt ist eigentlich ein Park und alles ist gut hinter Bäumen versteckt, welche die riesigen Monster-Straßen säumen. Ab und an gibt es zwischen riesigen Rasenflächen einen 08/15-Klotz, der wohl ein Ministerium darstellen soll; wo die [angeblich] 300.000 Einwohner leben, erschließt sich uns nicht. In der Tourist-info zeigt mit die Frau vom Tresen mit gefingerten Anführeungszeichen und spitzen Ton, wo die [Zitat] „City, hö, hö“ sei… Die drei Hauptattraktionen Canberras [das spricht man übrigens „Kännbra“ aus] sind folgende: Ein Bach, der zu einem lorkigen See mit Fontäne angestaut wurde sowie die gewaltigsten und unübersichtlichsten Kreisverkehre, die je ein Mensch geschaffen hat. Nachdem wir uns mehrmals in der Parkanlage verfahren haben, erreichen wir Attraktion Nummer Drei: Das Parlaments-Gebäude der großartigsten aller Nationen. Es stellt sich die Frage, was das für ein Land ist, dass nicht nur eine dermaßen hässliche Hauptstadt hat, sondern auch noch ein Parlament, das in einem Erdhügel steckt, und zwar inmitten eines gigantomanischen Autobahn-Kreisverkehrs… Und das ist KEIN Witz! Nach den üblichen Fotos geht die Fahrt weiter, 600 Meter vom Parlarment entfernt grasen bereits wieder die ersten Kühe. Auch das ist KEIN Witz. Wir erreichen die wundervollen Hügel von Brindabella. Dort baden in einem glasklaren Fluss und erholen uns von der Hitze. Es ist grandios! Wir wollen die schöne Gegend weiter erkunden und begeben uns auf die kurvige Bergstraße.
„Da ist eins!“
In einem Gebüsch entdeckt meine Mutter das erste Känguru. Foto, Glück und Weiterfahrt. Wenig später erreichen wir Tumut, gefühlte 20 Einwohner, aber ein Supermarkt, der ganz Göttingen versorgen könnte. Immerhin klappt unser erster Zeltaufbau semi-gut, wir campieren direkt am rauschenden Fluss. Zwei Possums interessieren sich brennend für unsere Cracker. Es geht uns wunderbar. Wir sind glücklich, diese Landschaft gesehen zu haben. In etwas mehr zwei Wochen wird das Tal von Brindabella die Hölle auf Erden sein.
Das Possum mag Cracker
Tal von Brindabella
Das Parlament im Erdhügel im Autobahn-Kreisverkehr
"Stadt"plan Canberra
Lake George als gigantische Kuhweide

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen